Hansestadt Stendal

Als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der malerischen Altmark, prägt die Hansestadt Stendal eine Region, die mit einer vielfältigen Naturlandschaft und reichhaltiger Historie punktet.

Als Mitglied des mittelalterlichen Hansebunds norddeutscher Kaufleute, erlebte die Stadt eine Blütezeit, die auch heute noch in der wunderbar erhaltenen Altstadt nachzuvollziehen ist. Zahlreiche backsteingotische Bauten und Sehenswürdigkeiten verleihen der Innenstadt einen einzigartigen Look, der mittelalterliche und moderne Stilelemente kombiniert. Völlig zu Recht, gilt die Stendaler Altstadt als ein Flächendenkmal, dessen Imposanz für die Nachwelt bewahrt werden muss.

Rathaus in Stendal
Rathaus in Stendal
Uenglinger Tor in Stendal
Uenglinger Tor in Stendal

Die prächtigen Stadttore der historischen Stadtbefestigungen markieren, zusammen mit den Wallanlagen, Stendals Altstadt. Im Südosten steht das Tangermünder Tor auf einem Feld-steinsockel, der auf den Anfang des 13. Jahrhunderts zurückgeht. Der repräsentative Backsteinaufbau mit der imposanten zinnenbesetzten Plattform wurde um 1440 errichtet.

Am gegenüberliegenden Ende der Altstadt steht sein Gegenstück. Das Uenglinger Tor gilt als eines der schönsten Stadttore der norddeutschen Backsteingotik. Wie sein südöstlicher Konterpart wurde das Untergeschoss des Uenglinger Tores um 1300 errichtet, während der backsteingotische Aufbau auf die Zeit um 1450 datiert werden kann.

Besucherinnen und Besucher, die sich die Mühe machen, einen der 28 Meter hohen Türme zu besteigen, werden mit einer wunderschönen Aussicht auf die Hansestadt Stendal und ihre Umgebung belohnt. Bei klarer Sicht kann von dort die gesamte Stadt und ein Großteil des altmärkischen Umlands bestaunt werden.

Im Herzen der Stadt wird der Marktplatz von der Baugruppe des Rathauses und der mächtigen Turmfront der Rats- und Hauptpfarrkirche St. Marien beherrscht. Hier bietet sich noch heute eines der schönsten alten innerstädtischen Platzbilder Norddeutschlands. Im Oberge-schoss des Rathauses findet sich zudem ein wahrer Schatz. Der kleine Sitzungssaal beher-bergt eine spätgotische Schnitzwand aus dem Jahr 1462. Die reichverzierte Holvertäfelung gilt als älteste erhaltene Schnitzwand in einem Profanbau nördlich der Alpen. Älter sogar als die berühmten Holzvertäfelungen in den Rathäusern Münchens (1481) und Goslars (um 1500). Die größeren Plastiken der Schnitzwand zeigen neben Wappen des Rates und der Stadt Stendal hauptsächlich christliche Motive. Erhalten blieb etwa die Darstellung des Erzbischofs von Köln, einem der drei geistlichen Kurfürsten. Begleitet wird er von der Darstellung eines Propheten mit Spruchband, sowie zwei populären Szenen aus dem Alten Testament: Jonas der vom Walfisch verschlungen wird sowie Simsons Kampf mit dem Löwen.

Rats- und Hauptpfarrkirche St. Marien
Rats- und Hauptpfarrkirche St. Marien
Stadtsee in Stendal
Stadtsee in Stendal

Der wohl berühmteste Sohn der Hansestadt Stendal. Johann Joachim Winckelmann gilt als der Begründer der Klassischen Archäologie und modernen Kunstwissenschaft. Er wurde am 9. Dezember 1717 als einziges Kind des Schuhmachers Martin Winckelmann und seiner Ehefrau Anna Maria, geborene Meyer in Stendal geboren.

Anfang 1764 erschien Winckelmanns Hauptwerk, die „Geschichte der Kunst des Alterthums“. Winckelmann hat hier die Entwicklung der Kunst anhand der Abfolge ihrer Stilperioden dargestellt und dies hauptsächlich am Beispiel der griechischen Kunst veranschaulicht.

Die komplette Geschichte des Stendalers aus einfachen Verhältnissen, der es bis in die höchsten Kreise des Vatikans schaffte, inspirierte sowohl Zeitgenossen, als auch kommende Forscher. Die in Stendal beheimatete, international tätige Winckelmann-Gesellschaft hat sich diesem großen Mann gewidmet und alles über ihn zusammengetragen, das ihn ausmachte. (Website der Winckelmann-Gesellschaft)